Details zu Dunkle Spiegel
3881041656LangtextWas haben Drachenkämpfe mit Menstruation und matriarchalen Kulturen zu tun? Welche Märchen und Mythen geben uns Hinweise auf das Blut der Frauen, und wie können Frauen die Kraft der Menstruation wiederentdecken, sie in kreative Energie verwandeln und lustvoll damit leben? Luisa Francia ist den Drachenkampfmythen nachgegangen und hat verblüffende Parallelen zwischen alten Sagen und Märchen über Drachen und Menstruation gefunden. Sie gibt Anregungen zu Übungen und Ritualen, Trancen und Spielen, mit denen Frauen ihre besondere Kraft in der Zeit der Menstruation entdecken und entwickeln können. 9783881041553LangtextEinst war sie die mächtigste Gestalt der Göttintriade Jungfrau-Mutter-Greisin. Ihre Symbolik und ihre Kulte ermöglichten es den Menschen, Schicksal, Tod, Zerstörung und Furcht sinnvoll in ihr Leben zu integrieren und sich eine Vorstellung von Transformation, Wiedergeburt, Erneuerung und Kreativität zu bilden. Welche Auswirkungen hatte daher der Versuch, den zyklisch notwendigen, zerstörerischen Aspekt der Muttergöttin, den Tod selbst zu verdrängen und ihn durch das ewige Leben unter der Herrschaft eines außerirdischen Vaters zu besiegen? Barbara G. Walker plädiert dafür, die in den Untergrund verdrängte und deshalb unbewußt wirksame Gestalt der Weisen Alten ins Bewußtsein zurückzuholen - und das mit erweitertem analytischem Verstand. 9783881043564LangtextGutachterInnen, Jugendämter und Gerichte verfahren nach dem Grundsatz: Der Vater hat ein Recht auf sein Kind, das Kind braucht den Vater für eine unbeschädigte Entwicklung. Mütter werden deshalb gezwungen, der gemeinsamen elterlichen Sorge, mindestens aber dem Umgang des Vaters mit dem Kind zuzustimmen. Selbst bei Verdacht auf sexuellen Mißbrauch wird die Verweigerung des Umgangs von den Behörden nicht akzeptiert; wenn ein Kind Angst hat und seinen Vater nicht sehen will, drücke es nicht eigene Bedürfnisse aus, sondern sei von seiner Mutter. Mütter und Kinder werden, zum Teil mit hohen Zwangsgeldandrohungen und ohne Rücksicht auf körperliche und seelische Schäden, zum Kontakt mit erziehungsungeeigneten, oft gewalttätigen Vätern gezwungen. Das Buch Verrat am Kindeswohl gibt den Erfahrungen der Mütter Raum. Ihre Berichte, ergänzt und bestätigt durch Fragebogenauswertungen, Fachbeiträge und rechtliche und praktische Materialien, beschreiben die Gefahr für viele Kinder und die Dramatik der Situation. Das Buch will Öffentlichkeit herstellen, Institutionen wie Gerichte und Jugendämter aufklären, vor allem aber die Mütter stärken und so einen Beitrag leisten, die Praxis zugunsten des Kindeswohls zu verändern. 9783881043618LangtextHaben Sie sich schon darüber gewundert, daß Ihnen Kleider Ihrer Größe immer seltener passen, obwohl Sie nicht zugenommen haben? Finden Sie es merkwürdig, daß die Models immer dünner werden, während Männer von weiblichen Kurven träumen? Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Frauen immer lächeln und Männer sich in der U-Bahn so breit machen? Ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß Männer beim Händchenhalten immer die Oberhand behalten? In diesem Buch finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen zum Verhältnis der Geschlechter. Es ist ein Plädoyer für den selbstbewußten und kritischen Umgang mit Selbstverständlichkeiten, für die Entwicklung eines gesunden Mißtrauens gegenüber vorschneller Zufriedenheit mit dem bereits Erreichten. Auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zur unterschiedlichen Körpersozialisation und zur Körpersprache der Geschlechter und anhand gut nachvollziehbarer Alltagsbeobachtungen und -analysen wird gezeigt: Die alte Geschlechterordnung ist nicht pass. Sie wird heute nur anders errichtet und aufrechterhalten als früher. Wie, mit welchen Mitteln und Methoden sie etabliert wird und warum diese so außerordentlich erfolgreich sind, damit setzt sich die Autorin intensiv auseinander und zeigt an umfangreichem Bildmaterial, wie wir selbst durch unbewußte Muster unseres Verhaltens die altbekannte Ordnung der Geschlechter immer wieder aufs neue herstellen. Was können wir dem entgegensetzen? Wie können wir aus diesen Strukturen ausbrechen? Je mehr wir in unserer Selbstdarstellung und Kommunikation auf diese Zeichen zurückgreifen, um so größer ist unser individueller Beitrag zur Aufrechterhaltung der alten Geschlechterordnung. Je weniger wir dies tun, um so größer ist unsere individuelle Freiheit. 9783881043618InhaltsverzeichnisI. Geschlecht, Macht, Körpersprache: Eine Einleitung II. Hautnah: grundlegende Erfahrungen mit der Geschlechterdifferenz 1. Seelenhunger nach Berührung 2. Erste Differenzerfahrungen: Es ist ein Mädchen! Ich bin ein Junge! 3. Muttern und Vatern: typische Unterschiede im Umgang mit Kindern 4. Selbstbehauptung und Selbstverlust: der Umgang mit unerwünschten Berührungen 5. Seelenmord: Grenzüberschreitungen durch Bezugspersonen Hiebe statt Liebe Die Sexualisierung von Gewalt Sexueller Mißbrauch: Väter als Täter Sozialpsychologische Voraussetzungen: der Antiochus-Komplex und das Westermarck-Prinzip III. Körperideale: Macht, Status, Sex appeal 1. Die Macht der Ideale 2. Superman forever: das männliche Körperideal 3. Von Venus zu Barbie: das weibliche Körperideal 4. Schlachtfeld Körper: Hungern für die Schönheit 5. Das Sado-Ritual-Syndrom 6. Atemberaubend? Sexualisierung und Fetischisierung 7. Glatt und weich wie ein Baby-Popo: Die Infantilisierung des weiblichen Körpers 8. Die nackte Wahrheit: Kleider machen Leute IV. Körpersprache: die verborgene Dimension 1. Verhaltensregulierung im Spannungsfeld von Macht, Status, Rolle und Geschlecht 2. Geschlechterzeichen Funktion und Bedeutung Haltung: Dominanz und Unterwerfung Gestik: Macht und Unsicherheit Blicke: Interesse und Dominanz Mimik: Expressivität und Selbstbeherrschung 3. Beziehungsmanagement: Rituale der Geschlechterordnung Männliche Vorrechte Größenrelation als Kriterium der heterosexuellen Partnerwahl Der kleine Unterschied: männliche und weibliche Bindungsformen Heterosexuelle Intimität V. Räume: symbolische Bedeutung und geschlechtliche Codierung 1. Die symbolische Bedeutung von Räumen 2. Männlichkeit und Territorialität 3. Die Verbannung der Frauen aus der Öffentlichkeit 4. Proxemik: die Wissenschaft von den Zwischenräumen 5. Gute Nähe, schlechte Nähe: die geschlechtliche Codierung des persönlichen Raums 6. Invasionen 9783881043441LangtextEine matriarchale Ästhetik oder Kunst ist nicht an ein Geschlecht gebunden, sie besitzt jedoch eine zu allen Ästhetiktheorien und Kunstformen andersartige Perspektive: Gesellschaft und Kunst nicht unter der Herrschaft des Mannes, sondern als Schöpfung der Frau. Dies zu Ende zu denken ist viel radikaler als die allzu rasch ausgrenzenden und verkürzenden Weiblichkeitsutopien. 9783881043441LeseprobeDas anhaltende Interesse meiner Leserinnen und Leser an diesem Buch hat bewirkt, daß es in seiner ersten Version fünf Auflagen erlebte (von 1982-1991) und nun in dieser neuen, vollständig überarbeiteten Version wieder erscheinen kann. Ich freue mich darüber und sage den LeserInnen und den Verlegerinnen Dank. Dieses Buch enthält zwei Essays und eine Reihe von konkreten Beispielen aus dem mittlerweile großen Bereich der Frauenkunst. Der erste Essay Die Muse im Ghetto setzt sich kritisch mit der Geschichte der Kunst und Kunsttheorien im Patriarchat auseinander. Der zweite Essay Die tanzende Muse gibt eine kurze Theorie der matriarchalen Kunst und ist damit eine matriarchale Ästhetik. Im dritten Teil interpretiere ich Beispiele aus der heutigen Frauenkunst, die einigen Kriterien matriarchaler Kunst entsprechen und sich damit der matriarchalen Ästhetik annähern. Mit diesen Beispielen erhebe ich nicht den Anspruch irgendeiner Art von Vollständigkeit - das kann nur ein Lexikon zeitgenössischer Frauenkunst leisten - sondern es kam mir lediglich auf einige wenige exemplarische Darstellungen an. Ich habe deshalb die Beispiele aus der ersten Version dieses Buches beibehalten, da sie mir typisch und noch immer gültig erscheinen, und sie durch ein paar neuere Beispiele ergänzt. Diese sollen in aller Kürze meine Thesen zur matriarchalen Ästhetik erhellen, so daß diese anschaulich werden. Ich verbinde damit jedoch weder ein Werturteil über die Kunst von Frauen, die ich aufgenommen habe, noch über diejenige Kunst von Frauen, die ich nicht aufgenommen habe. Denn ich verstehe mein Buch nicht als eine Kunstkritik, sondern als eine Theorie der matriarchalen Kunst. Ganz abgesehen davon gibt es - bei der Umfassendheit, die matriarchale Kunst hatte - heute noch keine Kunst-Werke, welche diese Ästhetik ganz erfüllen. Werke als verdinglichte Kunstäußerungen vermögen dies sowieso in keinem Fall, da matriarchale Kunst ein Prozeß ist. Manche Kunstäußerungen von Frauen heute nähern sich diesem prozessualen Charakter matriarchaler Kunst an, aber sie können - wegen der Strukturen des patriarchalen Kunstbetriebs, in denen sie befangen bleiben - noch nicht matriarchale Kunst in der vollen Bedeutung sein. Den vierten Teil der ersten Version dieses Buches habe ich weggelassen, denn er ist überholt. Ich hatte darin eine matriarchale Kunst-Utopie formuliert, die konsequent Kunst und matriarchale Spiritualität wieder verbindet und die Einbettung von Kunst in den rituellen Zusammenhang eines matriarchalen Festes aufzeigt. Damals, im Jahr 1982, war dies noch eine Vision, ich hatte damals keine Ahnung, wie dies entstehen könne. Ab 1983 begann ich dann selbst, gemeinsam mit immer neuen Frauen, mit denen ich von Jahr zu Jahr zusammenwirkte, diese Vision von matriarchaler Kunst zu verwirklichen. Damit begründete ich eine völlig eigenständige und genuine Form matriarchaler Kunst, nämlich die neuen Matriarchalen Mysterienfeste(c). Sie beruhen auf dem Fundament meiner Matriarchatsforschung, wodurch ich ihnen größtmögliche Authentizität zu geben versuche. Nach mittlerweile fast zwei Jahrzehnten Arbeit damit sind sie nun zu einem reichen Werk geworden, wobei dieses Werk keinerlei Dingcharakter mehr hat, sondern sich ausschließlich prozessual entwickelte. Es kann darum nicht gezeigt oder ausgestellt werden wie dinghafte Kunst, sondern nur durch andere künstlerische Medien dokumentiert werden. Dies soll in einem nächsten Schritt geschehen, indem ich die neuen Matriarchalen Mysterienfeste(c) durch ein ihnen gewidmetes Buch und einen Film präsentiere und sie damit einer größeren Öffentlichtlichkeit zugänglich mache. Dabei, so hoffe ich, mag deutlich werden, daß es sich in ihnen um eine ausgeprägte, moderne Konkretisation matriarchaler Kunst handelt, welche die hier formulierten Prinzipien der matriarchalen Ästhetik erfüllt. Die Neuauflage dieses Buches ist mir deshalb eine besondere Freude, denn es ist eine Voraussetzung dafür, den geistigen Horizont der neuen Matriarchalen Mysterienfeste zu verstehen. Die Prinzipien der matriarchalen Ästhetik sind nicht nur bedeutsam zum besseren Verständnis von Frauenkunst und Frauenspiritualität der Gegenwart - auch wenn sie darauf ihre erste Anwendung finden - sondern für die Definition und das Phänomen Kunst allgemein. Denn sie enthalten keineswegs nur frauenspezifische, sondern allgemeine theoretische Aussagen, da sie aus einer ganzen Gesellschaftsform hergeleitet werden, die immer Frauen und Männer umfaßt, hier der matriarchalen. Sie stehen jedoch in scharfem Gegensatz zur patriarchalen Definition von Kunst und deren Ausübung, in dieser Hinsicht ist die Definition von matriarchaler Kunst radikal. Denn matriarchale Kunst kennt, gemäß den Prinzipien der matriarchalen Ästhetik, weder die übliche Trennung von verschiedenen Kunstgattungen, noch die Trennung der traditionellen Bereiche Kunst, Wissenschaft, Religion, Ökonomie, Politik, noch die Trennung der Sphären Kunst und Leben. Alle diese Unterscheidungen, Trennungen und Abspaltungen sind typische Kennzeichen patriarchaler Denkweise und Gesellschaftsorganisation. Die Kunst kommt hier nur als schöner Schein vor, und das Leben ist demgegenüber harte Realität - warum eigentlich? Und sämtliche gesellschaftlichen Bereiche werden strikt getrennt und in verschiedene Institutionen gesperrt, was der Herausbildung von Eliten und der Durchsetzung von Machtinteressen dient. Nach diesen Machtinteressen wird die ganze Gesellschaft hierarchisch geordnet, was nicht nur Herrschaft und Unterdrückung innerhalb der einzelnen Institutionen, sondern auch der Institutionen untereinander zur Folge hat. Heute steht zum Beispiel die Wissenschaft an der Spitze der Skala und die Religion ziemlich weit unten, in zurückliegenden Jahrhunderten war es umgekehrt. Und welche Bedeutung kann die Kunst als schöner Schein gegenüber solchen harten Realitäten überhaupt haben? Ich setze jedesmal Anführungszeichen, weil das Denken in den Schachteln von Bereichen und Ressorts und die damit verbundenen Begriffe für eine ganzheitliche Ansicht nur Wortkrücken darstellen. Denn um Ganzheit geht es in diesem Buch und seinem radikalen Begriff von Kunst. Es geht um die Überwindung der machtorientierten Gespaltenheit und künstlichen Hierarchie, die unser Leben von jeder Schönheit entleert, die unsere komplexen Erfahrungen ignoriert, die unserem konkreten, vielfältigen Hier-Sein jede Verbindlichkeit abspricht. Diesen radikalen Begriff von Kunst habe ich matriarchale Kunst genannt, weil ich bei der Formulierung dieser neuen Ideen von jenen Gesellschaften ausgehe, die noch keine Hierarchien kannten und in denen Herrschaftsmuster nicht vorhanden waren. Sie kannten daher auch diese Bewußtseinsspaltungen Kunst versus Wissenschaft versus Religion versus Ökonomie versus Politik noch nicht. Es gab keinen Bannstrahl der Religion gegen die Wissenschaft und umgekehrt, keine Verachtung der Theorie für das Leben, keine Gebote und keine Moral gegen die Bedürfnisse der Lebensbewältigung. Sämtliche dieser menschenfeindlichen Zerreißungen waren ihnen fremd, denn alles, was existierte, war in das große Gewebe des Lebens mit allen seinen Erscheinungsformen und Ausdrucksweisen eingebettet. Es gab kein Oben und Unten, kein Gut und Böse, nicht einmal der Tod war das große Angst-Phantom, sondern lediglich ein Durchgang zu einer anderen Daseinsweise. In diesem Weltbild sah sich jede/r Einzelne als Teil der größeren Gemeinschaft, und die Menschen insgesamt sahen sich als Teil der umfassenden Natur. Diese Verbindungen und das Denken in Verbindungen waren den Menschen so selbstverständlich, daß sie die späteren, trennenden Begriffe Kunst, Wissenschaft, usw. gar nicht benötigten. Seit wir sie in patriarchalen Kulturen benötigen, sind sie uns wiederum so selbstverständlich geworden, daß wir die mit ihnen verknüpfte Entfremdung der Teile vom Ganzen, die inhumane Zerrissenheit und den zynischen Irrationalismus, die dahinter stecken, gar nicht mehr bemerken. Nur mit großer Mühe können wir anders denken und sprechen - es fehlen uns einfach die Worte. Aber vielleicht lassen sie sich entwickeln. Ein solches neues Wort ist der Begriff matriarchale Kunst, denn damit ist nie von Kunst allein die Rede, sondern immer auch von einer Gesellschaftsform, die ganz anders war als die heute bekannten. Jedes Sprechen über matriarchale Kunst stellt immer alles zugleich zur Diskussion: matriarchale Wissenschaft, matriarchale Spiritualität, matriarchale Lebensweise. Matriarchale Ästhetik meint immer auch matriarchale Politik. Denn sie enthält ein völlig anderes Wertesystem als das patriarchale, welches dabei überschritten wird. Eine neue matriarchale Kunst läßt auf diese Weise Visionen der Zukunft aufscheinen, die im Symbol, im Bild, im künstlerischen Prozeß der Vorgriff auf eine bessere menschliche Existenz sind, als wir sie aus den Patriarchaten kennen. Darin liegt ihre eminente, politische Kraft, die durch keinen schönen Schein wieder zurückgenommen wird. Diese künstlerischen Handlungen sind, ohne es gesucht zu haben, immer zugleich politische Handlungen, und zwar in einem tieferen Sinne von Politik. Denn sie verändern unsere Perspektive, unser Bewußtsein und die emotionalen Werte und können so das Weltbild und allmählich die ganze Lebensweise umformen. 9783881043755LangtextWORTWECHSEL gibt einen anderen, ungewöhnlichen Blick auf die Verwendung der Worte frei und regt das Hirn an, sprachlustig, also kommunikationsfähig zu werden. Was du sprichst, fällt auf dich zurück, wähle deine Worte sorgfältig, sagen die weisen Frauen, sagten unsere Großmütter. Der Sprache mächtig sein - dieses Buch beschreibt, was das heißt. 9783881042666LangtextStarke Medizin beschreibt die Umstände, an denen Frauen krank werden, und die vielen praktischen Möglichkeiten, Störungen und Krankheiten zu analysieren und zu heilen. Der wichtigste Faktor dabei ist die Selbstverantwortung. Starke Medizin regt die Leserin an, herauszufinden, wer sie ist, was sie liebt, was ihr fehlt, was ihr zuviel ist und auch, welche Wege sie selbst zu ihrer Heilung erfinden könnte. Starke Medizin bringt Vorschläge, wie die Schulmedizin sinnvoll mit schamanischen Heilmethoden und sanfter Medizin kombiniert werden kann. Starke Medizin ermutigt, den Garten der Lüste zu pflegen, um mit dem Garten der Schrecken umgehen zu lernen. 9783-881043502LangtextWas ist die Traumzeit? Für mich beschreibt dieser Begriff - den die australischen Aborigines geprägt haben: lalai, dreamtime - die Ebenen der nicht stofflichen, nicht greifbaren Seinsformen, die aber sehr wohl wahrnehmbar sind. Für die Aborigines sind Zeichen, Farben, Körperbemalung, Tanz und Gesang Wege, um in der Traumzeit etwas über den Ursprung der Welt und der Menschen zu erfahren. Das klingt nach Ethno-Romantik, ist aber in Wirklichkeit eine ganz konkrete und praktische Art, mit dem Leben umzugehen. In diesem Buch mache ich mich auf die Spur der Traumzeit und beschreibe ihre Sprache im Alltag, in der Kunst, im Kulturbetrieb. Denn wo Kunst Magie ist und Magie zur Kunst wird, entstehen Geschichten. 9783881043397LangtextDer Rest deines Lebens beginnt jetzt ist eine Provokation, ein Handbuch für eine spirituelle Zivilisationsguerilla, für eine Befreiung aus den Freuden der Pflicht und den Qualen der Belohnungen. Ich will mit diesem Buch einerseits Notwendigkeiten in Frage und Gewohntes auf den Kopf stellen und alle Wahrheiten einmal durchschütteln, andererseits Türen in spirituelle Ebenen öffnen, Rituale, Phantasiereisen und spirituelle Spiele beschreiben, die auch nicht-spirituellen Menschen Lust auf spielerischen Umgang mit anderen Welten, fremden Seins-Ebenen machen. Dieses Buch setzt dem Durchhalten das Innehalten entgegen, das Atemholen. Mit Ritualen, die den Alltag auf den Kopf stellen und verzaubern, entsteht ein neues Kraftfeld im Leben, ein Spielraum, der den Pflichten das Närrische entgegensetzt. Der Rest deines Lebens beginnt jetzt ist kein therapeutisches Buch. Es gibt Spielanleitungen für das scheinbar Unvernünftige, denn das Vernünftige und Rationale hat uns schon fast gebrochen. 9783881043397LeseprobeIch will nicht leben wie du, sagte der Enkel einer alten Freundin von mir. Das ist mir zuwenig, für jemanden schuften, bis ich umfalle. Du wirst es auch noch lernen, sagte Johanna. Wir müssen uns alle fügen. Sie beklagt sich, daß ihr Enkel sich Illusionen macht. Er arbeitet nicht regelmäßig und ernährt sich mit Gelegenheitsjobs. Ist er glücklich? frage ich. Das spielt doch keine Rolle, sagt sie. Wenn er alt wird, hat er keine Rente. Habe ich auch nicht. Aber ich habe meine Illusionen, die mich bis hierher gebracht haben und die mich sicher auch bis ans Ende meiner Tage und Nächte begleiten werden... Die Essenz meiner Illusionen ist die Gewißheit, daß es keine Sicherheit gibt. Daher ist alles wandelbar. Alles im Traum gestaltbar. Die Essenz meiner Illusionen ist Magie. Magie ist nicht selten Illusionszauber. Du erzeugst einen Eindruck, und mit dieser virtuellen Realität schaffst du eine Brücke zur materiellen Realität. In der Werbung und in der Wirtschaft wird diese Erkenntnis schon lange umgesetzt. Schein löst Sein ab. Damit werden Milliarden Menschen in Schach gehalten. Das indische Wort Maya bedeutet Illusion und auch Enttäuschung, gleichzeitig heißt es formen, bauen und steht für die Grundlage der Materie, für die Fähigkeit zu wandeln und Form zu geben. So ist Maya auch Magie, also Illusionszauber, der Wirklichkeit schafft, Verkleidung, das Vortäuschen eines Zustands durch entsprechende Symbole. Maya, die Fähigkeit, Wirklichkeit zu schaffen, ist Widerspruch in sich. Maya ist Erscheinung, Trugbild und Wirklichkeit zugleich. In unserer linearen monotheistisch geprägten Denkstruktur ist diese Komplexität kaum nachvollziehbar, und doch kennen wir alle diesen köstlichen Augenblick, in dem Größenwahn und Wirklichkeit, Traum und Erfüllung, Alles und Nichts zusammenfließen zu einer nicht planbaren, nicht vorhersehbaren Einheit. Die biedere Grundregel: Eins nach dem anderen! Nicht verzetteln! hat in der allumfassenden schöpferischen Energie, die alles beinhaltet , alles erscheinen und verschwinden lassen kann, keine Bedeutung mehr. Wie schnell gilt uns etwas als unglaubwürdig, unfaßbar, unmöglich, undenkbar - wir sind natürlich auch sehr einfach gestrickt. Geschieht etwas, das wir nicht erwartet haben - und das kommt schnell mal vor -, erscheint es uns unwirklich, ja, wie ein Wunder! Vielleicht gibt es gar keine Wunder. Wenn wir unsere Grenzen ausdehnen und das Undenkbare mitdenken würden, könnten wir ganz leicht auch das Unmögliche in unser Wirklichkeitskonzept integrieren, und das wäre wohl die Voraussetzung, daß neue Wirklichkeiten entstehen, denn wir schaffen ja die Wirklichkeit, die wir sehen, wahrnehmen und leben. 9783881043601LangtextKore ist die Frühlingsgöttin einer Göttinnentriade, Demeter die Mutter, Hekate die Alte. Wie kann Kore in die Unterwelt verschleppt werden und gleichzeitig deren Hüterin sein, wie es der Mythos berichtet? Darum geht es: um die Erde und alles, was auf ihr wächst und Frauen nährt, einerseits und um die verborgenen Räume, die geheimen Wünsche, die dunkle Seite der weiblichen Kraft andererseits. Um die Magie der Frauen also, die sich aus dem Sichtbaren und dem Verborgenen nährt. Und um die Übergänge, in denen das größte magische Potential der Frauen liegt. Erst wenn wir uns die Übergänge bewußt machen - vom Mädchen zur menstruierenden Frau, von der menstruierenden Frau zur Alten -, entfaltet sich die weibliche Kraft in allen Facetten. 9783881043601LeseprobeEine Frau stand auf dem Fensterbrett im vierten Stock eines brennenden Hauses. Tief unter ihr hatte die Feuerwehr ein Sprungtuch gespannt. Der Weg durch das Haus war ihr verwehrt. Sie mußte springen. Dieses Foto sah ich als Kind im Münchner Merkur, den wir abonniert hatten. Ich weiß nicht, wie die Geschichte ausging. Ich erinnere mich aber sehr genau an den Wortwechsel, den meine Oma und meine Mutter darüber hatten. Mein Gott, da hinunter springen! sagte meine Mutter entsetzt. Darauf meine Oma streng: Soll sie verbrennen? Ja freilich nicht, sagte meine Mutter, aber stell dir das einmal vor. Das muß ich mir nicht vorstellen, sagte meine Oma, die sich nicht lange mit Qualen aufhielt, besonders, wenn sie nichts mit ihr zu tun hatten. Für mich ist dieses Bild zum Symbol für gefährliche Übergänge geworden. Du hast keine Wahl, das Alte geht nicht mehr, das Neue ist bedrohlich, vielleicht lebensgefährlich, vielleicht tödlich, aber du hast keine Wahl. So fängt es bei der Geburt schon an. Obwohl der Zustand im Mutterbauch paradiesisch ist oder wenigstens sein kann, muß dieser ruhige, geborgene Ort irgendwann aufgegeben werden. Wir müssen die schaukelnde Wärme mit der harten, kalten, gnadenlosen Außenwelt vertauschen. Es gibt keine andere Wahl, denn würden wir im Bauch bleiben, dann würden wir uns mit dem Fruchtwasser vergiften, das langsam kippt und von der Nährlösung zum Gift wird. Daß nährende Situationen das Leben auch vergiften können, bleibt ein roter Faden durchs ganze Leben. Wer zu lange im Vertrauten verweilt und die Reibung mit der Außenwelt nicht wagt, erstickt vielleicht im zähen Schleim der altbekannten Soße. Wer will schon ein ganzes Leben lang gestillt werden? Und doch ist das Ende der intimen Mutter-Kind-Beziehung traumatisch und höchst schmerzhaft. Viele Menschen hätscheln dieses Trauma ihr Leben lang, baden sich im Schmerz der Ur-Trennung und verweigern auch allen anderen Herausforderungen ihre Kooperation. Eine der gerade am meisten diskutierten Situationen des Verharrens im Unerträglichen ist die Unfähigkeit junger Männer, sich dem Leben zu stellen (Hotel Mama), obwohl die Mutter als uncool und lästig bekämpft wird. An der Schwelle in die Falle getreten! Wir könnten jetzt darüber hämisch lachen, ja die blöden Jungs, sie checken es halt nicht. Aber wie oft schnappt die Falle zu, ohne daß wir es merken! Bei der Geburt werden wir in die Welt der Materie initiiert und verlieren die Erinnerung an die Impulse des Universums ziemlich schnell. Die Einweihung in die menschliche Existenz scheint ein ständiger Verlust zu sein. Kaum haben wir die universelle Weisheit verloren, steht schon die Pubertät an. Das sich drehende, wunderbare, taumelnde, erschreckende, beglückende Reich der Kindheit verschwindet wie hinter einer Panzerglasscheibe. Noch können wir uns an die Freuden und Schrecken der Kindheit erinnern, noch strahlen Verwandte eine gewisse Vertrautheit und Sicherheit aus. Aber die bevorstehende Initiation in die Phase der Reproduktion, in der wir, ob wir das wollen oder nicht, auf das Weiterstricken des Menschheitsgewebes vorbereitet werden, raubt uns die verantwortungsfreie Wildheit der Kindertage. Vielleicht war die Kindheit nie verantwortungsfrei und wild, dennoch bringt die Pubertät schockartig eine neue Verantwortung mit: Du könntest nicht nur für dich, sondern auch für ein Kind verantwortlich sein, wenn du nicht aufpaßt. Das gilt natürlich wieder nur für Frauen, die bei ungeschütztem Verkehr (oft ahnungslos) mit den Folgen konfrontiert werden, während die Jungs dann gern bei Mama abtauchen. Gibt es also eine Initiation ins Erwachsenwerden nur bei Frauen? Jedenfalls ist sie sichtbar, nachvollziehbar. Denn mit der Menstruation beginnt eine neue Lebensphase, der Frauen sich stellen müssen, ob sie Lust dazu haben oder nicht. Bei vielen jungen Frauen gibt es deshalb das Phänomen, daß sie sehr spät oder erst mal überhaupt nicht menstruieren. Die Last des Frauseins ist oft derart negativ in ihr Bewußtsein eingesickert, daß sie dazu überhaupt keine Lust haben. Wenn sie ihre Mütter betrachten, deren unterwürfiges oder hilfloses Verhalten gegenüber ihren Männern, vergeht ihnen die Lust, Frau zu sein. Aber eine sexuell aktive Mutter ist auch nicht gerade der Traum einer pubertierenden Tochter. Peinlich die kurzen Röcke, peinlich die Balzrituale. Wie kann man in diesem Alter noch Sex haben wollen! Grausam! So wie wir bei der Geburt das Glück universeller Freiheit verlieren, verlieren wir in der Pubertät die Kindheit. Nicht für immer. Denn bei jedem Übergang lauern ja nicht nur Gefahren, sondern auch Entwicklungen und Freuden. Die Ausbeuter der Übergänge, von der Pharma- über die Spielwaren-, Zuckerwaren-, Junkfood-, Kleidungs-, Musikindustrie, wollen alle an der Initiation verdienen, an den Anpassungsritualen, den Symbolen, der Grundausstattung der neuen Zeit. Und während die globalen Abzocker die Übergangsriten der Menschheit mit ihren Produkten fest im Griff haben, sorgen sie gleichzeitig dafür, daß einer der interessantesten Übergänge gesellschaftlich diffamiert und ausgegrenzt wird, denn es ist die Initiation, an der sie am wenigsten verdienen, die ihnen am meisten Kundschaft entzieht: die Wechseljahre. Sicher, es gibt jede Menge Produkte für die Wechseljahre, von Hormonen und Antifaltenkosmetik über Tees bis zu Wellnessangeboten. Aber ein Phänomen irritiert die Industrie mehr als Krisen, Rezessionen und Börsenschwankungen: das wachsende Bewußtsein und die nachlassende Konsumbereits rsten Menstruation durchzuziehen. Der spielerische, der experimentelle Zugang ist vermutlich jetzt der einzig mögliche. Was bedeutet diese neue Situation? Was verliere ich? Was gewinne ich? Wo liegen die Gefahren? Welche Schutzmöglichkeiten gibt es? Welche Vorteile eröffnen sich mir durch die neue Lebenssituation? Wer weiß darüber Bescheid? Mit wem möchte ich darüber sprechen? Rituale können helfen, aber nur, wenn sie von der Person gewünscht werden, die den Übergang zu bewältigen hat. Manchmal reicht es schon, daß eine andere, die diese Erfahrung schon hinter sich hat, etwas darüber erzählt. Ein schönes Ritual für einen Übergang ist folgendes, das allein oder mit FreundInnen zu feiern ist: Ein Kreis wird aus Gegenständen gelegt, die mit der Situation zu tun haben, die gerade verlassen wird. Wenn es ein Ritual für die Pubertät ist, können Spielsachen den Kreis bilden. Wenn das Ende der Berufstätigkeit begangen wird, können Symbole dieser Arbeit den Kreis bilden. Bei der Menopause würden vielleicht Symbole der jungen Frau im Kreis ausliegen. In der Mitte des Kreises wird eine symbolische Schwelle aus Steinen, Kristallen, Holz oder Stoff gelegt. Die zu initiierende Person bestimmt, welches Material ihre Schwelle haben soll. Wenn andere Menschen an diesem Ritual teilnehmen, stellen sie sich innerhalb des gelegten Kreises auf. Die Initiandin steht in der Mitte vor der Schwelle. Nun sagen alle Personen im Kreis der Reihe nach, was nach der Initiation an Verheißungen und Kräften auf die Frau in der Mitte zukommt. Bei einem Ritual für die Wechseljahre sollten Frauen jenseits der Wechseljahre den Kreis bilden und die Frau in der Mitte in die Weisheit der Alten einführen, indem sie Kräfte rufen, die jetzt wichtig und wertvoll sind. Wenn die Frau in der Mitte genug gehört hat, springt sie über die Schwelle. Eine der Frauen könnte die Hebamme in den neuen Zustand sein und sie auf der anderen Seite der Schwelle in Empfang nehmen. Wenn es ein Ritual in die Pubertät ist, könnte die Lieblingsmusik der Frau in der Mitte gespielt werden, und eine junge Frau, die schon ihre Menstruation hat, könnte sie empfangen. Ein Ritual des Übergangs ist deshalb so hilfreich, weil es den Übergang sichtbar, spürbar, hörbar macht. So viele junge Männer bleiben Kinder, weil sie nie einen Übergang in den Zustand des erwachsenen, verantwortungsvollen Mannes vollzogen haben. So viele Frauen werden sich der Kraft ihrer derzeitigen Lebenssituation nicht bewußt, weil sie nie darauf aufmerksam gemacht wurden. Übergänge werden mythisiert, mystifiziert, überhöht, dämonisiert (besonders im Fall von Wechseljahren und Tod), aber nicht wirklich vollzogen. Sich mit einem kommenden Zustand auseinanderzusetzen, indem Informationen gesammelt, ExpertInnen befragt, Bücher gelesen werden, das Internet konsultiert und dann ganz bewußt der Zustand ins Leben geholt wird, macht den Übergang lebbar und reduziert die tödliche Gefahr, die von Schwellenzuständen ausgehen kann. Ich stand auf dem Baukran und starrte in die Tiefe. An meinen beiden Fußknöcheln waren starke Bänder befestigt, an denen das Seil hing. Niemals springe ich da hinunter, dachte ich. Aber manchmal muß man etwas zurücklassen, um etwas Neues zu gewinnen. Wenn ich nicht springe, werde ich nicht wissen, wie es ist, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich sprang. Kein bißchen zu früh. Kurz darauf hatte ich einen schweren Unfall und wußte jetzt, wie es ist, durch die Luft zu fliegen, zu landen und doch nicht aufzugeben. Das alles half mir nichts, als ich in die Wechseljahre kam. Wieso ich? Die kühne, lebendige, starke junge Frau, die ich bin, kann doch nicht alt werden? Wenn ich in den Spiegel schaue, erkenne ich mich nicht, sagt meine Mutter. Ich bin doch nicht diese alte Haut da. Ich habe ihnen beim Yoga zugesehen, sagte eine alte Frau auf einer Bank an der Isar, wo ich meine Yogaübungen mache. Ich war auch einmal jung. Und ich denke: Eines Tages werde ich das vielleicht auch sagen. Ich war einmal jung. Und niemand wird mir glauben. Weil alte Menschen alt sind und einfach nicht jung vorstellbar. Aus einem alten Schriftsteller wird im Krankenhaus genauso der Opa wie aus einer alten Wissenschaftlerin im Altenheim die Oma. Wer das nicht will, muß sich rechtzeitig mit der Gefahr dieses Übergangs beschäftigen. Wie werde ich zur weisen Alten, ohne die Junge zu verlieren? Manchmal hilft es, mit Wen Do, Thaiboxen, Afrotanz und Yoga den Körper so zu trainieren, daß bei einem respektlosen Übergriff auf den alten Körper eine kräftige Abwehr Klarheit schafft. Der Übergang ins Alter kann das Anknüpfen an die Kindheit werden: Frei von allen familiären und beruflichen Zwängen kann das Alter übermütige Heiterkeit mit neuen frechen Körpererfahrungen gepaart mit wertvoller Erfahrung bringen. Dann können drei Diebe auch mal die verblüffende Erfahrung machen, daß ihnen eine schon am Boden liegende Achtzigjährige, wie neulich in München geschehen, ohne ihre Handtasche loszulassen mit dem Stock ein blaues Auge und Schrammen verpaßt und das hinterher so kommentiert: Da hab ich mich aber schon gefreut, daß ich es denen zeigen konnte! Ich freue mich mit und lerne von ihr, wie ich von meiner über neunzigjährigen Freundin Elly Beurer lernte, die auf meine Ermahnung, sich in ihrem Antiquitätenladen doch mal hinzusetzen und auszuruhen, verschmitzt sagte: Ich mag mich nicht hinsetzen, sonst sterbe ich vielleicht aus Versehen ... 9783881043731LangtextWer schläft, sündigt nicht, heißt eine Volksweisheit, denn was immer vorher oder nachher passiert, im Schlaf lassen wir Gelerntes, Erfahrenes, Erlittenes Revue passieren, kombinieren alles neu, schweben, rennen, schwimmen, flüchten oder gleiten selig dahin. Nicht alle Menschen schlafen problemlos ein, wenige schlafen durch, manche bearbeiten, statt zu schlafen, ihre Ängste. 9783881042109Langtextöffnet, muss für sich selbst verantwortlich sein. Hinter der 13. Tür verbirgt sich ein Geheimnis, eine Verheißung - oder vielleicht doch nur heiße Luft. Warum reizt uns gerade das Verborgene am meisten? Und wer schlägt daraus Kapital? Ein Buch für neugierige, lustvolle, therapiegeschädigte, unternehmungslustige, übermütige, wild gewordene Frauen. 9783881041201LangtextDurch Rückbesinnung auf matriarchale magische Rituale, Meditationen, Trancen und andere Übungen möchte Luisa Francia einen Zugang zu den Kraftfeldern des Universums aufzeigen. Der Schlüssel zum Verständnis der Sterne ist jedoch die Phantasie: über das Tagträumen zur Trance, über die Trance-Reisen zu den Quellen kosmischer Energie. Außer den Tierkreiszeichen, Planeten und Häusern beschreibt die Autorin auch die Fixsterne, die wesentlicher Bestandteil matriarchaler Astrologie waren. 9783881042932LangtextDas lustvolle Bewußtsein des Körpers, also das leibliche Wohl, darum geht es in diesem Buch mit CD, auf der Luisa Francia eine Entdeckungsreise in den Körper macht. Unsere Lebensbedingungen bringen es mit sich, daß es kaum noch Grund gibt, sich zu bewegen. Dem wirkt die Industrie mit immer neuen Sportarten und -ausrüstungen entgegen, und dabei geht eine einfache Wahrheit verloren: Bewegung braucht keine Ausrüstung, keine Ausbildung, keine fachmännische Wichtigtuerei. Für den Körper spielt es keine Rolle, ob akrobatische Kunststückchen eingeübt werden oder ob eine bloß die Muskeln in ihrem Körper erkundet, indem sie sie anspannt, entspannt und dabei feststellt, wie wenig sie eigentlich über ihren Körper weiß. 9783881042932LeseprobeOb du eine Sprache lernst, einen Tanzschritt begreifen, eine Dehnung erfahren, den Atem spüren willst - du mußt die dazu nötigen Handlungen immer wieder tun. Einer meiner afrikanischen Tanzlehrer sagt gern in jedem seiner Kurse, daß die Weißen zuviel denken und wir endlich mal den Kopf ausschalten sollen. Dann kam eine andere afrikanische Tanzlehrerin und sagte ganz ungeniert: Ihr müßt mitdenken. Nicht einfach nur mit dem Hintern wackeln und möglichst schnell die Füße herumwerfen. Macht die Bewegung genau, denkt an die nächste Bewegung, bereitet sie vor und behaltet die ganze Choreographie im Kopf. Das war eine Überraschung. Als ich mit ihr sprach, sagte sie, was ich auch schon immer gedacht hatte: Wir sehen die Bewegungen von Kindheit an immer wieder, machen sie mit, spielen damit, tanzen mit den Erwachsenen, und irgendwann gehen sie uns in Fleisch und Blut über. Diese Erfahrung habt ihr nicht, also müßt ihr euch damit vertraut machen, indem ihr sowohl tanzt als auch mitdenkt. Das Mitdenken hört erst auf, wenn die Bewegung vertraut geworden ist. Und dann hat mein afrikanischer Tanzlehrer irgendwie doch wieder recht: Wirklich gut wird Bewegung erst, wenn du nicht mehr darüber nachdenken mußt. Wenn der Fuß hochschnellt, ohne daß der Kopf sagt: Jetzt! Nach vielen, vielen Wiederholungen entsteht die Automatik, die auch beim Autofahren, Fahrradfahren, Zwiebeln Schneiden oder beim Stricken entsteht: Die Bewegung ist Teil deiner Erfahrung, der Geläufigkeit deines Körpers. Sie wird zu deiner Körpersprache. Die Hand schnellt Sekundenbruchteile vor dem Angriff vor. Der Körper duckt sich instinktiv vor dem Schlag weg. Die Füße springen in die Finger der Trommlerin hinein. Darum geht es, deshalb wollen wir tanzen. Weil wir das Kennen. 9783881042871LangtextWas wäre, wenn Frauen den Lauf der Welt bestimmten? Angelika Aliti knüpft hier an ihr Werk: Die wilde Frau an. Sie schickt uns auf eine Reise durch Vatis Fortschrittszoo und stellt dem eine weibliche Gegenwelt entgegen, in der das Leben gedeihlich ist und das Lernen ein Spiel. Jeder Schritt in die geistige, seelische und ökonomische Unabhängigkeit führt Frauen der Freiheit näher, auch wenn ein freies Leben Unbequemlichkeiten mit sich bringt und mit Arbeit verbunden ist. Mama ante portas! zeigt auf witzige und freche Weise, wie es möglich ist, heute und ganz real nach matriarchalen Werten zu leben. Die Summe aller Männerlösungen hat uns dahin gebracht, wo wir sind. Die Männer hatten dreitausend Jahre lang ihre Chance. Sie haben sie nicht genutzt. Jetzt beginnt die Zeit der Frauen. 9783881043762LangtextDer Mythos erklärt nicht nur das Verhältnis Mensch und Kosmos, Mensch und das Göttliche, er ist auch der soziale Kitt, der eine Gruppe von Menschen durch gemeinsame Überzeugungen in Form von Kulten und Ritualen zusammenhält. Jede Gesellschaft gibt sich ein System von Regeln und Normen, das das Miteinanderleben ordnet und bestimmt. Jede Gesellschaft bildet ein Instrumentarium aus, mit dem Verstöße gegen diese Regeln geahndet werden. Der Mythos vom Sündenfall betrachtet jenen Ausschnitt aus dem Gesamtsystem, der das Verhalten von Frauen durch Strafandrohung in eine gewünschte Richtung lenkt. Die Palette der Sanktionen reicht vom Liebesentzug innerhalb der Familie über das Nicht-mehr-miteinander-reden in der Nachbarschaft bis zur Ausstoßung aus der Gemeinschaft oder der Todesstrafe. Fragen wir also nach den Wurzeln der Bilder, die wir im Kopf haben als das Selbstverständliche, das deshalb nur selten hinterfragt wurde: was Männer zu tun und zu lassen haben und was Frauen erlaubt und verboten ist. 9783881043410LangtextKeine Frau wird depressiv, weil es in ihren Lebensplan paßt - sie wird depressiv, weil es für sie der einzige Weg ist, die momentane Situation zu bewältigen und in dieser Gesellschaft zu überleben. Depressiv zu werden, hat viel mit dem Frau-Sein und den damit verknüpften Erwartungen an die einzelne zu tun. Wenn sich der Nebel lichtet ist das erste Buch, das die mit der Diagnose Depression verbundene Vereinzelung durchbricht. Viele Frauen hatten den Mut, sich für dieses Buch zu öffnen, um einen Teil ihrer Geschichte weiterzugeben, als Hilfe und Unterstützung für andere Frauen - sie lassen uns teilhaben an dem, was sie erlebt haben, warum sie depressiv wurden, wie sie sich dem gestellt haben und welche Wege sie für sich fanden, um nicht wieder depressiv werden zu müssen. Wenn sich der Nebel lichtet ist aus den Lebensgeschichten dieser Frauen zusammengewachsen. Wir Frauen haben einander viel zu geben, sagt eine von ihnen - unsere Geschichte und unsere Erfahrungen zu heilen, zu wachsen, zu leben. 9783881043410LeseprobePetra, 34 Jahre: Auszug aus meinem Tagebuch 26.10.: Heute, in der Selbsthilfegruppe, habe ich gesagt: Mir geht es erstaunlich gut. Was ich nicht gesagt habe: Ich habe eine Mauer um mich gebaut, weil ich mir momentan irgendwelche Gefühlsäußerungen einfach nicht mehr leisten kann. Ich bin so erschöpft, so müde. Zu müde, um zu leben! 7.11.: Hat es noch einen Sinn? Ich fühle mich so tot, so leer. Wozu dann bleiben? Vielleicht ist es besser zu gehen? Haben mich vor ein paar Tagen Suizidgedanken noch erschreckt, so erscheinen sie mir jetzt die beste Lösung. Endlösung. 9.11.: Am liebsten würde ich mich umbringen, habe ich gestern zu Henry gesagt. Na, das sind ja schöne Aussichten, hat er geantwortet und ist gegangen, zu seinem Fernseher. Ich spiele Visionen durch von meinem Suizid. Was ist gut, was ist sicher? Langsam reift in mir eine Idee, die mir sicher genug erscheint. Morgen abend ist Gruppe, da vermißt mich keiner. Alles wird gut, schon morgen. Ich atme auf, bin erleichtert. 11.11.: Hatte die Stille in mir nicht mehr ertragen. Keine Ziele, keine Möglichkeiten, keine andere Alternative mehr gesehen als diesen Weg zum Strand und die Stille in mir nicht mehr ertragen, war doch schon so tot, so leer, wie bereits gestorben! Tabletten schlucken, dann ins Meer gehen. Sicher und sauber! Aber da waren noch so viele Dinge, die ich lernen wollte. Leben lernen! Malen! Eine Ausstellung haben! Mit den Kindern lachen und toben! Würde ich jetzt sterben, ich hätte nie gelebt, wäre nur viele Male gestorben... Den Finger in den Hals stecken. Würgen und würgen und würgen, die Tabletten herauskotzen, so weit es geht. Dann zur Gruppe wanken, mich von den Frauen ins Krankenhaus bringen lassen. Magen auspumpen. Suizid abgebrochen, für das Leben entschieden. Für mein Leben! 15.11.: Leben, ich möchte wissen, was das ist. Dazu muß ich mich aber erst befreien aus den vielen toten Schichten und Fesseln, die mich hindern zu leben... 9783881043458LangtextIn diesem Buch geht es um Symbole und Mythen zu Quellen, Flüssen und Meer und ihre Verbindung zu den Sternzeichen, die in der astrologischen Tradition mit dem Element Wasser verbunden werden: Krebs, Skorpion und Fische. In den für die europäische Kultur wesentlichen Wassersymbolen und -mythen finden sich für eine lange Zeit der Menschheitsgeschichte ausschließlich vielverehrte Göttinnen. Manchmal allerdings müssen wir nach ihnen suchen, da männliche Götter sie verdrängt oder sich so wichtig gemacht haben, daß die Göttinnen neben ihnen zur Unbedeutsamkeit verblaßt sind. 9783881040310LangtextFrauen waren die Ärztinnen in der abendländischen Vergangenheit. Sie waren Ratgeberinnen, Pflegerinnen, Pharmazeutinnen, Hebammen und Abtreiberinnen. Weise Frauen hießen sie im Volksmund. Für die Obrigkeit waren sie von einem bestimmten Zeitpunkt an Hexen und Kurpfuscherinnen. Die Unterdrückung der Frauen im Gesundheitsbereich hatte nichts mit ihrem Unvermögen und auch nichts mit Veränderungen in der medizinischen Wissenschaft zu tun. Es handelt sich vielmehr um die Machtübernahme der männlichen Ärzte. In der feministischen Selbsthilfebewegung haben Frauen sich die Fertigkeiten ihrer Ahninnen zurückgeholt. The witches are back.
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